Jahresmotto 2026

„Fürchte dich nicht, glaube nur!“ – So lautete die Jahreslosung 2026 in der Neuapostolischen Kirche. Das hat der Kirchenleiter heute per Video-Ansprache vorgestellt.

Stammapostel Jean-Luc Schneider greift damit Erfahrungen auf, die viele Menschen weltweit teilen: Sorgen um die persönliche Zukunft oder über globale Entwicklungen. Angst gehöre zum Leben, dürfe aber nicht das Denken und Handeln bestimmen.

Der Blick soll sich lösen von dem, was bedrückt, und sich hoffnungsvoll auf Jesus Christus richten, betont das Jahresmotto aus Markus 5,36. Im Zentrum stehe das Vertrauen auf die Kernbotschaft des Evangeliums.

Denn, so der Kirchenleiter: Ein gefestigter Glaube schenke Orientierung, stärke die Liebe zu Gott und zum Nächsten und helfe, den Herausforderungen der Zukunft mit Gelassenheit und Zuversicht zu begegnen.

Die Ansprache im Wortlaut:

Liebe Glaubensgeschwister,

herzlich willkommen im neuen Jahr 2026. Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr auch weiterhin, ja vielleicht noch mehr, die Nähe und Hilfe Gottes erlebt – ganz persönlich, in eurer Familie, in eurer Gemeinde.

Ich bin mir bewusst: Für viele beginnt das Jahr mit Angst und Sorgen: Sorge um die Kinder, Sorge um das Auskommen, Sorge um den Zustand der Schöpfung und um den Frieden in der Welt.

In diese Situation hinein möchte ich an die Worte Jesu erinnern: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ (Markus 5,36). Diese Worte sollen uns durch das Jahr 2026 begleiten.

Fürchte dich nicht: Angst gehört zum Leben, sie kann uns sogar schützen. Aber wenn das Gleichgewicht kippt und die Angst das Sagen übernimmt, richtet sie Schaden an. Angst spaltet die Menschen, weckt Misstrauen und Aggressionen, verengt den Blick, macht blind für das, was wirklich wichtig ist – und sie lähmt.

Fürchte dich nicht, glaube nur! Das heißt nicht, dass wir unsere Ängste ignorieren sollen. 

Sondern es bedeutet: Starre nicht auf das, was dir Angst macht, sondern richte deinen Blick auf Jesus. Vertrau ihm, er ist viel größer als du dir überhaupt vorstellen kannst.

Besinnen wir uns auf die Kraft des Glaubens: Ein lebendiger Glaube hilft uns, die Liebe zu Gott und zum Nächsten zu bewahren – auch in schwierigen Zeiten.

Unser persönlicher Glaube ist von Erfahrungen, Vorbildern und kirchlicher Tradition geprägt. Aber im Zentrum steht das Evangelium Jesu Christi. Der Glaube an das Evangelium ist der, der rettet: er führt uns in die ewige Gemeinschaft mit Gott. Der Glaube an Christus vertreibt die Angst.

Glaube nur: Das bedeutet, auf Gottes Liebe zu vertrauen. Darauf, dass er selbst am Werk ist, um uns für immer zu befreien. Wer diese Liebe erlebt, der kann gar nicht anders als zurückzulieben. Der erste Johannesbrief bringt es so auf den Punkt: Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.

Wir glauben an Jesus Christus und folgen ihm nach, indem wir in unserer Liebe zu Gott und zu unserem Nächsten beständig bleiben – trotz allem, was in dieser Welt geschieht.

Glaube nur: Das ist auch eine Aufforderung, uns auf die Fundamente des neuapostolischen Glaubens zu konzentrieren. Wenden wir uns im Jahr 2026 etwas mehr unserem Glaubensbekenntnis zu, um uns von dessen Inhalt besser prägen zu lassen. Ein fester Glaube wird uns helfen, unsere Ängste zu überwinden und den Herausforderungen der Zukunft mit Ruhe und Gelassenheit zu begegnen.

Liebe Geschwister, so wünsche ich euch allen ein glaubensstarkes und glaubensstärkendes Jahr 2026: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“

 

zum Nachhören auf YouTube

Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche

2.4 Das neuapostolische Glaubensbekenntnis

Die für den Glauben maßgebende Auslegung der Heiligen Schrift und der altkirchlichen Bekenntnisse ist Aufgabe des Apostolats. Ein wichtiges Ergebnis ist das neuapostolische Glaubensbekenntnis. In ihm kommen Glaube und Lehre der Neuapostolischen Kirche verbindlich zum Ausdruck.

Das neuapostolische Glaubensbekenntnis steht in engem Zusammenhang mit den altkirchlichen Bekenntnissen. Die ersten drei Artikel entsprechen weitgehend dem Apostolikum; sie betonen also die Bedeutung dieses altkirchlichen Bekenntnisses. Die darauffolgenden sieben Artikel stellen eine Auslegung, Weiterführung und Ergänzung dieser Bekenntnisse dar — die Ämter, die Sakramente, die Lehre von den letzten Dingen sowie das Verhältnis von Mensch und Gesellschaft betreffend.

Seit seinem Entstehen ist das neuapostolische Glaubensbekenntnis mehrfach geändert worden. Dies geschah, um einer sach- und zeitgemäßen Entfaltung der neuapostolischen Glaubenslehre gerecht zu werden. Auslegung ist ein Geschehen, das sich fortgesetzt vollziehen kann. Sie ist Bestandteil lebendiger Tradition, wie sie in den Schriften des Neuen Testaments selber und in der auf ihnen gründenden Interpretationsarbeit der nachfolgenden Generationen geschah. Lebendige Tradition ist somit nicht starr, sondern gekennzeichnet durch Bewahrung und Veränderung. Beides ist für Tradition, mithin auch für die Auslegung, von entscheidender Bedeutung: Bewahrung ist für die kirchliche Lehre unverzichtbar, will sie nicht geschichtsvergessen sein und sich von ihren Ursprüngen trennen; Veränderung ist für die kirchliche Lehre unverzichtbar, will sie nicht an den gegenwärtigen Generationen vorbeireden und in der je zeitgemäßen Erkenntnis erstarren.

Durch die Zeit hindurch wird im Bekenntnis der Glaube an den dreieinigen Gott, an Jesus Christus als den Mensch gewordenen Gott, an seinen Opfertod, seine Auferstehung und seine Wiederkunft, an die Kirche als heilsvermittelnde Instanz, an die Sendung der Apostel und an die Sakramente als Heilszuwendungen Gottes weitergetragen.

Neuapostolische Christen sollen sich zu den Glaubensartikeln bekennen. Das Glaubensbekenntnis soll ihre Glaubenshaltung prägen. Es dient auch dazu, andere Menschen in knapper Form mit wesentlichen Inhalten des neuapostolischen Glaubens bekanntzumachen.

Das neuapostolische Glaubensbekenntnis ist aus dem Wissen heraus formuliert, dass Gottes Liebe, Gnade und Allmacht in lehrmäßigen und bekenntnishaften Ausführungen nicht erschöpfend entfaltet werden können und dass sie immer noch größer sind als das, was Menschen von ihnen zu sagen vermögen. Das Glaubensbekenntnis zieht somit keine Grenze, die anderen Christen eine Teilhabe am Heil abspricht.

 

Hier sind die 10 Glaubensartiklen nachzulesen.

"Zum Schluss im Fluss" - Making Of

Fast vergnügt sitzt der Stammapostel vor der Kamera – und spricht die Neujahrsansprache ein. Es ist die letzte seiner Amtszeit: Beobachtungen aus zwölf Jahren.

Alle Jahre wieder geht ein Bild auf Wanderschaft: ein kleines Gemälde aus der Zeit von Stammapostel Richard Fehr. Es hängt in einem Büro in Zürich (Schweiz), das wenige betreten haben, aber viele kennen – aus der Neujahrsansprache des Stammapostels. Weil es im Hintergrund stört, muss das Bild weichen.

Technik rollt über die Flure. Kamera und Co stellt die Gebietskirche Schweiz, der Kameramann/Cutter kommt aus Süddeutschland und die Redaktion reist aus Westdeutschland an. Die Regie liegt bei NAKI. 

Ein Raum, ein Team, eine Botschaft

Im Stammapostel-Büro herrscht rege Geschäftigkeit. Dabei ist der Kirchenleiter noch nicht einmal da. Zwei Kameras, ein Monitor und diverses anderes Equipment – die Mannschaft baut auf: für die Video-Aufzeichnungen der neuesten Ansprache.

Das Thema ist kein Geheimnis mehr: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ So betitelt ist der erste Beitrag in der Leitgedanken-Nummer 1/2026, die grad verteilt worden ist. Und so lautet das Jahresmotto 2026: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“

Seit 2014 gibt Stammapostel Jean-Luc Schneider so eine Losung aus. Und seit 2015 wendet er sich per Video-Ansprache ans Kirchenvolk. Aufgenommen wurde die Ansprache zwar auch schon in einem Dortmunder Studio oder einer Frankfurter Kirche. Doch hier im Hauptsitz in Zürich fühlt sich der Kirchenleiter am wohlsten.

Krawatte, Kabel, Kamera

Der Chef ist eingetroffen. Er nimmt Platz am Schreibtisch, während die Leute um ihn herum noch Strippen ziehen. Das Projektmanagement steht auf der Matte. Und dann gibt es noch die Unterschriftenmappe, deren Umfang ein kräftiges Handgelenk erfordert.

Jetzt muss der Sprecher noch verkabelt werden. Die Ansteckmikrofone mit dem Minisender kennt der Stammapostel auch von Gottesdiensten und Konzerten. Ob er es von Frauen- oder Männerhand gereicht bekommt, kann er leicht am Kabel erkennen. In dem einen Fall ist es sauber aufgewickelt, in dem anderen ein Knäuel. 

Die Kamera läuft. Letzter Check: Sitzt die Krawatte? Denn der eigenwillige Stoffstreifen wandert ganz gern sprunghaft auf Brust und Bauch umher – besonders, wenn so mit Händen und Armen spricht wie Jean-Luc Schneider. 

Zwischen Anspannung und Auftrag

Die Tür ist zu, das Telefon bleibt stumm. Jetzt spricht der Stammapostel – in Französisch, Deutsch und Englisch. Mit ersterem ist er aufgewachsen. Mit zweiteren hat er es im Schülerwettbewerben bis in die Tageszeitung geschafft. Und letzteres hat er im Intensivkurs gelernt, als er zum Stammapostelhelfer ernannt wurde.

Mal lastet eine Handkante auf dem Schreibtisch. Mal presst sich ein Daumen auf die Faust. Und manchmal kreuzen sich Mittel- und Zeigefinger. Nein, solche Aufzeichnungen werden niemals seine Lieblingsbeschäftigung sein. Klar, Kameras ist er eigentlich gewohnt, aber dann ist Gottesdienst mit Gemeinde. Das hier ist etwas anderes.

Die Worte laufen, die Gesten folgen

Wenn die erste Sprachversion mal im Kasten ist, dann öffnet sich die Hand zu Gesten. Jetzt ist der Sprecher im Fluss. Das sind nicht nur die Hände sehr körpersprachgewandt. Auch die Augenbrauen mögen kaum stillhalten. Im Französischen muss das Team manchmal sogar auf die Bremse drücken. Denn bei dem Tempo gab’s schon Beschwerden zu Hause.

Die Mannschaft hat, was sie braucht: sechs Aufzeichnungen, von jeder Sprache zwei. Damit lässt sich arbeiten. Jetzt startet der Abbau. Das Bild darf wieder an seinen Platz. Für den Kirchenleiter beginnt der Arbeitstag jetzt erst richtig. Die Leitgedanken haben noch Gesprächsbedarf. Und im Nachbarzimmer wartet die Finanzabteilung und der Stammapostelhelfer.

Der Beitrag und alle Bilder sind unter https://nac.today/zum-schluss-im-fluss/ verfügbar

Rückblick der Jahresmottos

Jahresmotto 2025: "Es ist Zeit, Gutes zu tun!"

Jahresmotto 2024: "Beten wirkt"

Jahresmotto 2023: "Mit Christus dienen und regieren"

Jahresmotto 2022: "Gemeinsam: Heute schon für die Zukunft"

Jahresmotto 2021: "Christus – unsere Zukunft"

Jahresmotto 2020: "Christus macht frei

Jahresmotto 2019: "Reich in Christus

Jahresmotto 2018: "Treue zu Christus

Jahresmotto 2017: "Drei-Punkte-Programm für 2017"

Jahresmotto 2016: "Mit Christus siegen"

Jahresmotto 2015: "Freude in Christus"

Jahresmotto 2014: "Mit Liebe ans Werk"